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Wechselwähler Christine Heiman

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Parteilose Direktkandidaten, oder "Der Überzeugungstäter

Ein Interview mit Oliver Snelinski, parteiloser Direktkandidat für den Bezierk Berlin Lichtenberg:

Oliver und ich treffen uns in einem Café hier in meinem neuen Lichtenberger Kiez. Wirklich gesagt, befasse ich mich das erste Mal mit dem Thema parteilose Direktkandidaten und so habe ich eine Menge Fragen am Start:

WW Christine: Warum hast du dich entschieden Parteiunabhängig zu kandidieren?

Oliver Snelinski: Ich kann mich mit keiner Partei wirklich identifizieren. Aber ich möchte trotzdem etwas bewirken. Deswegen habe ich einen Verein gegründet “das Volk will was”. Also einerseits aus den Idealen heraus und andererseits möchte ich unabhängig sein, um nicht Partei-Interessen schützen zu müssen.

WWC: Aber Deine Ziele sind doch nahe an den Idealen der Linken und Grünen dran. Warum gehst du nicht zu denen? Kann man in einer Partei im Rücken nicht besser seine Ziele durchsetzten?

OS: Ich möchte aber nicht in eine Situation gedrückt werden, wo ich zu etwas ja sagen muss, wenn ich eigentlich nein meine. Ich würde mir insgesamt weniger Parteipolitik wünschen, sondern dass auch die Parteien sich gegenseitig zuhören und nicht aus Prinzip Ideen einer anderen Partei ablehnen. Es geht eben um den Volkswillen, und das denke ich, kann ein Unabhängiger besser vertreten. Und ein Unabhängiger könnte idealerweise vielleicht sogar als Mediator zwischen den Parteien fungieren. Nach dem Motto: “das ist doch eine gute Idee, wie bringen wir das mit Eurem Vorschlag zusammen…”

WWC: Kannst du dir vorstellen selbst eine Partei zu gründen?

OS: Nee!

WWC: Du sagst, dass zum Beispiel 30 Direktkandidaten eine Fraktion bilden könnten, aber hätte man da nicht auch unter Umständen 30 verschiedene Meinungen?

OS: Wir sind teilweise schon untereinander vernetzt und sind uns gar nicht so fern. Aber in erster Linie geht es darum Volksbegehren aufzugreifen und in den Bundestag zu bringen. Wie dann jeder abstimmt, ist dann immer noch Sache des Einzelnen.

WWC: Das heißt, du machst dich für Volksbegehren stark, es sollen aber  deiner Meinung nach die Abgeordneten über das Thema abstimmen?

OS: Um Volksentscheide zu haben, müssten wir ja erst das Grundgesetz ändern. Und da scheint es mir der einfachere Weg, erst mal Volksbegehren als einen Auftrag an die Politik weiter zu geben.

WWC: Aber dafür wähle ich doch die Partei -Volksvertreter- damit die mein Anliegen durchsetzten.

OS: Ja, aber die sind auch an Koalitionsverträge gebunden und müssen damit Einschneidungen in Kauf nehmen. Siehe SPD mit den Mindestlöhnen. Wenn ich jetzt aber 3 Mio Unterschriften für ein Volksentscheid sammle und das als Unabhängiger in den Bundestag trage, dann müssen die Parteien sich das angucken und ernst nehmen. Ich sehe Volksentscheide als Ergänzung.
Mein Idealbild wäre, dass mit der Erststimme immer ein Unabhängiger gewählt wird, mit der Zweitstimme die Partei. Dann haben wir eine 50/50 Verteilung im Bundestag. Damit müssen die Parteien mit ihren Vorschlägen um diese “unberechenbaren Stimmen” werben. Die einen sind sozusagen das Volk, die anderen die regierende Partei. Aber das Volk ist Lobby- unabhängig. Ist die regierende Partei mit großer Mehrheit gewählt, wäre die Aufgabe der Unabhängigen diese Regierung zu unterstützen. Gehen die den falschen Weg können die Unabhängigen darauf aufmerksam machen. Ich denke ein Unabhängiger kann Politik transparent machen.

WWC: Welcher Partei fühlst du dich am nächsten?

OS: Die Linke und die Grünen.

WWC: In fünf Sätzen, was sind deine Ziele?

OS: Oh, in 5 Sätzen…
also, Transparenz durch Unabhängigkeit, den Bürger Entscheidungen näher bringen und erklären. Bildung zentralisieren, also auf Bundesebene bringen. Nur eine gesetzliche Krankenkasse, dadurch weniger Verwaltung, und die Möglichkeit, dass das Geld  direkt zu den Ärzten, Kliniken und den Patienten kommt. Und zuletzt: keine Nebenjobs für Politiker.

WWC: Gut, dann lass uns mal über das bedingungslose Grundeinkommen sprechen, welches bei dir auch auf der Agenda steht. Welches Konzept verfolgst du da?

OS: Ich habe da den Ansatz Steuern von Arbeit auf Konsum zu verschieben. Der, der arbeitet bekommt mehr Netto, der, der viel konsumiert zahlt auch dementsprechend mehr Steuer. Außerdem sollte eine Umverteilung von Bürokratie-Kosten auf die Bürger erfolgen. Der Staat gibt für Hartz 4, Kindergeld und sonstige Sozialleistungen im Jahr 970 Milliarden € aus, da nicht jeder Bürger momentan 900 € bekommt, denke ich mir, dass bestimmt die Hälfte des Geldes in die b ürokratischen Apparat fließt.

WWC: Woher hast du die Zahl?

OS: Aus der Brand 1 Wirtschaftsausgabe. Ich habe auch mal beim Arbeitsamt gefragt, was die jährlichen Kosten sind, aber solche Zahlen werden dem normalen Bürger gar nicht mitgeteilt.

WWC: Hast du da einen Steuersatz für die Mehrwertsteuer im Kopf?

OS: Nein, keine genaue.

WWC: was hälst du von Götz Werners Vorschlag von 50 %?

OS: das erscheint mir zu hoch und ich frage mich, ob die Leute dann nicht anfangen in den angrenzenden Ländern einzukaufen, oder ob ein solches System sich selber tragen würde: der Staat gibt mir, also gebe ich auch zurück indem ich hier konsumiere. Ich hatte gerade eine Idee zu dem Grundeinkommen: Das Geld wird über die Bürgerämter verteilt. Dort geht man hin und sagt z.B. ich bin jetzt 5 Jahre im Studium- ok abgehakt, oder ich arbeite jetzt da und da- abgehakt. Wer aus der Arbeitslosigkeit kommt, der sollte sich in einem Verein gemeinnützig betätigen, z.B. etwa zwischen 10-20 Std. wöchentlich.

WWC: Dann ist es ja defenitiv nicht mehr bedingungslos.

OS: Eigentlich war ich für das bedingungslose Grundeinkommen, ich merke aber sehr starke Widerstände, wenn ich mit Leuten darüber diskutiere. Mein Cousin ist da mein schärfster Kritiker! Und ich habe das Gefühl, dass man diesen Leuten auch entgegen kommen muss. Und eine ehrenamtliche Arbeit ist nicht würdelos im Gegensatz zu 1 € Jobs.

WWC: aber was machen dann die Freiberufler, z.B. Schauspieler, Autoren, Musiker? Müssen die dann auch ehrenamtlich tätig sein, obwohl die gerade an einem Projekt arbeiten, aber vielleicht unbezahlt?

OS: Das wäre dann gleich zu stellen mit ehrenamtlicher Arbeit. Die könnten dann z.B. beim Bürgeramt sagen: hier, das ist mein Buchentwurf . Ich stelle mir da ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Bürgeramt und Bürger vor und nicht ein Zwanghaftes.

WWC: Um es nochmal zusammen zu fassen: du bist für ein bedingtes Grundeinkommen?

OS: Ich denke, wenn man etwas von der Gesellschaft bekommt, sollte man etwas zurück geben. Es gab übrigens eine interessante Umfrage beim Brand 1: “würden sie noch arbeiten, wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen gäbe?” 90 % antworteten mit ja. Auf die Frage “glauben sie, dass die meisten Anderen noch arbeiten gehen würden, gäbe es das bedingungslose Grundeinkommen?” antworteten 80 % mit nein. Es glauben also viele, man könne sich auf die Anderen nicht verlassen, gleichzeitig sagt fast jeder von sich, dass er/sie arbeiten will. Ich glaube der Mensch wird geboren um tätig zu sein.

WWC: Was ist diese Idee von gebührenfreien Nahverkehrsmitteln, die du auf deiner Seite vorschlägst?

OS: Die Idee ist, bestimmte Dinge von dem Grundeinkommen abzuziehen, z.B. 100 € für die Krankenkasse und 50 € für die öffentlichen Verkehrsmittel. Damit könnte jeder in Berlin frei S-Bahn fahren. Die Betreiber können fest mit 150 Mio € mtl. rechnen und diese in den Betrieb und die Wartung des Netzes und in die Züge investieren. Zusätzlich wären Touristen eingeladen ebenfalls die Verkehrsmittel umsonst zu nutzen, sonst bräuchte man ja wieder Kontrolleure. Das würde den Tourismus zugute kommen. Der Fernverkehr wird normal gehandhabt.

WWC: Oliver, ich danke dir vielmals für deine Zeit und wünsche dir viel Glück für deinem weiteren Wahlkampf!

—-Wir haben noch viel mehr geredet, und es ist sehr interessant sich mit Oliver auszutauschen. Auf seiner Webseite könnt ihr gucken, welche Termine noch anstehen. Wer mehr über Oliver Snelinski und seine Pläne erfahren will, sollte sich unbedingt seine Webseite anschauen: http://www.oliver-snelinski.de/

Weitere Infos gibt es auch unter: http://www.dasvolkwillwas.de/oliver_snelinski.aspx

Mein Fazit aus dem Treffen: jeder hat die Möglichkeit sich zu enagieren. Auch du kannst Politik machen, und du brauchst nicht mal eine Partei dafür zu gründen.

In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?

Diese Frage stellt “Aktion Mensch”. Und je länger ich mich bei den Wechselwählern befinde, desto mehr drängt sich mir diese Frage auf. So viele Modelle…

die Liberale Idee: auch wenn ich meistens die kritische Position in sozialen Fragen einnehme, so ist mir das Prinzip liberaler Kapitalismus gar nicht so fremd. Ich habe 4 Jahre in den USA gelebt und habe in dieser, mich sehr prägenden, Zeit durchaus das Modell vom Tellerwäscher zum Millionär in mir verankert.  Zudem habe ich einen Beruf, indem nichts sicher ist- nicht wann der nächste Job kommt, nicht ob es Geld gibt, keine Arbeitszeitenregelung. Habe ich 15 Stunden gearbeitet, falle ich erschöpft und stolz ins Bett- ich habe etwas geleistet und fühle es in jeder Faser. Würde ich nicht an das “Hocharbeiten Modell” glauben, müsste ich ja verzweifeln! Ich habe aber auch das Glück eine Leidenschaft für diesen Beruf zu haben, und bin bereit einige Opfer zu bringen. Und da fängt das Problem an: wieviele Leute arbeiten in einem Beruf der sie glücklich macht? Und wieviele gehen einfach nur malochen? Ein Schauspieler verdient in der Regel sehr wenig, sei denn er ist gut im Filmgeschäft und das sind vielleicht 5 % aller Schauspieler in Deutschland. Ein Schauspieler in der freien Theaterszene in Berlin verdient durchschnittlich 3-5 € die Stunde, Überstunden werden nicht bezahlt, Arbeitstage von 12 Stunden sind nicht selten, gerade in der Endprobenphase. Schauspieler machen das mit, weil a) sie sonst gar keine Arbeit hätten und sie b) im Theater am glücklichsten sind. Ich bezweifel das eine Kloputzfrau das gleiche von ihrem Job sagen kann und sie verdient auch nicht mehr als ich. Wenn die Klofrau nun nicht so gestrickt ist wie ich, d.h. sie hat eben keine Leidenschaft für einen Beruf, die sie durch die Unebenen trägt, zusätzlich keinen guten Schulabschluss hat ( aus welchen persönlichn Dramen auch immer heraus)- ist es dann nicht auch Pflicht der Gesellschaft diese Menschen mitzutragen? Das heißt Beispielsweise einen Mindestlohn der ihren schlechten Job halbwegs erträglich macht? Oder wollen wir jetzt alle selber die Klos auf der Autobahnraststätte putzen, wenn wir mal pinkeln müssen? Müssen nicht die Stärkeren die Schwächeren mittragen? Meine Motivation beruflicherseits, hat viel mit meiner Erziehung zu tun: Mittelschicht, gute Schulbildung, gute Sozialisierung. Ich habe also Glück gehabt. Für all diejenigen die nicht das Glück haben, muss aber auch Platz sein. Und da wir nicht zwischen lauter unsozialen, ungebildeten Menschen leben wollen, muss die Gesellschaft -ergo der Staat- sich auch um die gute Sozialisierung dieser Menschen kümmern. Das heißt gleiche Chancen für alle, gute Schulen, ein weitgefächertes Netz von Kinderbetreuungsangeboten, vor allem für die, die mit der Aufgabe der Kindererziehung alleine überfordert sind: z.B. jugendliche Mütter, und Familien in sozialen Brennpunkten.

Ein anderer Punkt der mich immer wieder verwundert ist, dass so viele Leute davon ausgehen, dass die meisten Langzeitarbeitslosen (Hartz 4ler) nicht arbeiten wollen. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft in der einem täglich vorgeführt wird, wie wenig ein Mensch wert ist, wenn er nicht Leistung erbringt. Ich weiß nicht, was diese Kritiker für Menschen kennen, aber alle Menschen die ich kenne WOLLEN arbeiten. Die kriegen die absolute Krise, wenn sie einen Job verlieren. Nach spätestens einem Jahr landen sie dann bei Hartz 4- und sind damit im Schuld und Sühne System gelandet. Du leistest nichts, also bist du wertlos. Deswegen bin ich z.B. für das bedingungslose Grundeinkommen. Das System aus schuldig fühlen, blockiert sein, und damit in die Spiralle nach unten gelangen, muss durchbrochen werden. Wie soll sich jemand vernünftig bei einer Stelle bewerben, wenn mit dicker Tinte auf seiner Stirn steht: Hartz 4 Looser? Wenn aber alle das gleiche bekommen, das Grundeinkommen, dann beseitigt dieses die Blockade und die Schuldzuweisung. Dann ist ein Arbeitsloser keiner der anderen auf der Tasche liegt, sondern dann liegen sich alle gegenseitig auf der Tasche. Die Ergeizigen können sich ein gehobenes Leben erarbeiten, die nicht so ehrgeizigen brauchen sich nicht mehr den ganzen Tag schämen und als Abwehrmechanismus über die Nachbarn/den Staat/ die Kinder motzen und können sich engagieren. Die Klofrau kann sich durch ihren Job bereichern, und das wäre nun wirklich der einzige Anreiz den ich mir vorstellen kann bei dem Job. Ich bin absolut idealistisch, ich weiß. Ich glaube an den Ehrgeiz im Menschen. Ich glaube, das wenn man dem Menschen einen guten Start ermöglicht er im Grunde gut ist. Trotz aller Kriege. Trotz aller schlechter Nachrichten. Schlechtigkeit wird genährt durch schlechte Umstände. Wer reich werden will, könnte das in diesem System (Grundeinkommen…), und er bräuchte nicht mal ein schlechtes Gewissen haben, den “die da unten” kommen auch gut klar. Der arbeitslose Elektriker könnte den Hausmeister in der örtlichen Kita geben, denn seine Finanzen, sein Status, seine Anerkennung hängt nicht mehr von der Arbeitsstelle ab. Und der Penner, der nun immer von einer Hütte am See geträumt hat? Dann soll er doch, wenn es ihm genügt! Bettelnd in der Fußgängerzone dient er nur unserem tiefsitzendem schlechtem Gewissen, am See könnte er glücklich werden und wir wären von dem klebrigen Gewissen befreit.. Vielleicht schreibt er ja ein tolles Buch über sein Leben auf der Strasse. Ach, die Welt könnte so schön sein! (Bin ich jetzt Kommunist? Nein! Ich bin Amerikaner mit einer ausgeprägten sozialen Ader!)

Freitagsfrage: Sind Volksparteien noch zeitgemäß?

Was für eine schöne Frage! Darüber genau habe ich mir vorgestern Gedanken gemacht, die Landtagswahlen Revue passieren lassend und die katastrophalen Ergebnisse und Verluste von CDU und SPD anschauend.

In Anbetracht dessen, dass 18 % der Deuschen laut einer Forsa Umfrage, Horst Schlemmer, eine Kunstfigur, zum Bundeskanzler wählen würden, muss man sich schon Fragen, ob wir nicht ein Riesenproblem in Deutschland haben. Einen Komiker (einen hervorragenden zwar- aber eben Komiker), einem realen Politiker vorzuziehen, zeigt eine Politikverdrossenheit sondergleichen. Anscheinend erreichen die Volksparteien einen Großteil der Bevölkerung nicht mehr. Könnte eventuell daran liegen, dass sie große Klasse darin sind, Dinge zu versprechen, und sie dann nicht zu halten, oder nur zögerlich, oder nur in einer abgespeckten Version. Wenn ich Frau Merkel reden höre, bin ich genervt. Nicht weil ich sie dumm oder unsympathisch finde, aber ich habe das Gefühl, dass es unter 10 Sätzen nicht geht, und dass die vorherige Frage nicht in einer Antwort, sondern in einem Monolog über Alles und Nichts endet und vor allem mit einem klopfen auf die eigene Schulter.  Mich stört auch die Redewendung “für die Menschen in unserem Land”. Das hört sich so abstrakt und unpersönlich an. Das geht mir bei vielen Politikern so, vorwiegend bei denen von den Volksparteien. Ich glaube das Volk an sich ist so bunt, so umfangreich, mit so vielen Splitterhaften Interessens- und Erwartunghaltungen, dass eine Partei es grundsätzlich  sehr schwer hat, diese verschiedenen Bedürfnisse zu befriedigen. Da dies der Sinn einer Volkspartei ist, nämlich für den größten Anteil der Bevölkerung zu stehen, ist die Volkspartei an sich vielleicht wirklich ein Auslaufmodell. Ich begrüße das nicht, den ich finde, dass der Anspruch  an nur ein/ zwei Hauptthemen, sei es im sozialen Bereich, oder in der Umweltpolitik ungenügend ist und man nachhaltig und umfassend denken muss. Alles hat Einfluss auf alles- nimmt man Geld aus der Entwicklungförderung, ergibt es eine Konsequenz, die unter Umständen dazu führt, dass man das gleiche Geld, dann kurze Zeit darauf in einen “Friedenseinsatz” stecken muss. Verschiebt man Steuern, wirkt sich das auf die gesamte Wirtschaft aus. Was also tun? Ich schlage vor: entstaubt euch. Guckt euch die Welt an, wie sie ist und nicht wie sie sein sollte. Legt ein paar Traditionen ab, redet direkt, verständlich und zu den Leuten, die euch einen Auftrag gegeben haben und redet nicht nebulös über “die Menschen”. Geht mal ein paar Tage in ein Altersheim und pflegt jemanden. Geht Babysitten, lebt mal zwei Wochen auf Hartz 4 Niveau, besucht die örtliche Polizeistation und fahrt auf einen Einsatz mit. Geht in ein mittelständischen Betrieb.  Lebt mal- zumindest für ein paar Tage- dass Leben “der Menschen”. Damit ihr wieder Kontakt bekommt zu der Welt in deren Auftrag ihr Entscheidungen trefft. Dann klappt es vielleicht auch wieder mit dem Volkspartei sein.

Neulich auf dem Spielplatz....

Junge Frau im Buddelkasten mit etwa 2 Jährigem Sohn. Der Kleine ist schwer beschäftigt damit ein tiefes Loch auszuheben. Die Mutter schaut ihm zu, seufzt zufrieden und holt den Tagespiegel aus ihrer Tasche. Mit einem Kopfnicken in meine Richtung: "Endlich Zeit zum Lesen". Ich lächle wissend zurück und baue meinerseits weiter an einer Burg mit meiner Tochter. Nach einer Minute Stille schüttelt die Zeitungsleserin den Kopf und murmelt "Gott, dieser bescheuerte Wahlkampf". Ich blicke interessiert auf. Sie bemerkt mein Interesse und fährt fort: "sind doch eh nur Lippenbekenntnisse und nachher wird wieder nichts davon umgesetzt. Da kann man auch bis nach der Wahl auf Durchzug schalten!" Sprach's und blättert weiter zum Kulturteil.

Kommentieren im Wahn?

Ich habe heute auf der Wechselwählerseite den neuen Eintrag von Eberhard gelesen. Und mich aufgeregt. Und sofort kommentiert. Eine halbe Stunde wacher (Kaffee sei Dank). der Schreck: war das jetzt richtig? Sollte man sich aus dem Moment und einer starken Emotion heraus hinreißen lassen um auf einen Blogbeitrag zu antworten? Momentane Meinung dazu: nein. Ich denke es ist immer besser, erst die Emotionen wieder runter zu kochen, und dann noch mal mit Verstand an die Sache ran zu gehen. Nicht dass ich meine Antwort für falsch halte, aber eben impulsiv eingefärbt. Das fordert zum Kampf auf, nicht zum Austausch. Meine Freundin M. würde jetzt sagen: "mach dich mal locker!" Vielleicht hat sie recht. Ich glaube ich starte ein Selbstversuch: schnelles Antworten (Impulsiv) vs. überlegtes Antworten. Mal sehen was sich richtiger anfühlt...

Die Nette

Ich bin gerade erst raus aus unserem heutigem Treffen mit Katja Kipping. Der Nachmittag war kurzweilig und es hat Spaß gemacht. Das zum ersten Gefühl danach.
Katja (wir dutzten uns in guter alter WG Manier) ist ohne Frage eine smarte und gebildete Frau. Sie hat ein nettes Erscheinungsbild, ist freundlich, spricht mit ruhiger Überzeugung. Ich denke, dass sie uns alle ein Stück weit- zumindest für den Moment- um ihren Finger gewickelt hat. Keine Frage zu der sie uns eine Antwort schuldig blieb, kein Gegenargument, dass mit einem kurzem, vehement freundlichem Kopfschüttler und einem "nee" nicht weg zu argumentieren war. Sie kennt sich gut aus, ich habe nur die Fragen. Ihre Antworten muss ich erst einmal unüberprüft akzeptieren. Es war ein bisschen, als zeronnen die Zweifel zwischen unseren Fingern wie warmer Sand am Strand.
Ihr Konzept vom bedingunslosen Grundeinkommen hört sich in meinen Ohren so sinnich und logisch an, dass ich mich Frage, warum dass noch nicht massenpopulär geworden ist und vor allem warum es in ihrer Partei zu Kontroversen führt. Ihre Kritik an Hartz 4 finde ich berechtigt und ich bin angenehm überrascht, dass sich ein Mensch mit einem so guten Monatseinkommen (nachzulesen unter www.katja-kippin.de) ernsthaft für die Belange armer Menschen zu interessieren scheint. Ihre Antwort auf  meine Frage, wie die Linke unsere Wirtschaft zu stärken gedenkt, war mir zu schwammig. Sie sieht insgesamt wenig Sinn darin eine Wirtschaft (große Unternehmen) zu stärken, und möchte mehr in die Mittel- und Unterschicht investieren, dass diese mehr konsumiert und somit die Wirtschaft ankurbelt. In Zeiten wie diesen reichte mir diese schöne Idee alleine nicht aus.
Manchmal schien es kurz zu zucken in ihrem netten Antlitz: eine kurze, kaum merkbare Pause, ein extra kleiner Atmer, wenn sie eine Frage oder ein Argument störte. Dann ein sanft-vehementes (ja das geht tatsächlich!) Kopfschütteln, das "nee" und eine souveräne Antwort. Ein Profi eben. Aber ein sehr symphatischer.

Der Wahlauftakt ist da.

Der erste Sonntag, das erste Treffen, der erste Auftrag. Ich habe zwar auf unserer Heimatseite der WG schon mit einem Blogbeitrag begonnen, nun geht es aber ans Eingemachte. Heute treffen wir Katja Kipping von "die Linke". Ich habe gestern mit Freunden über den Parteinamen siniert und wir befanden, dass der ziemlich leicht verwurstet werden kann "das ist so ne linke...". Haben die bei der Namensfindung darüber nachgedacht? ist das Absicht? Ich nehme doch an, dass so ein Name nicht nur von einer handvoll Leute entschieden wird, sondern auf demokratischer Wahlbasis? Was waren die Alternativnamen?

Ich nahm mir das Parteiprogramm vor, aber mir rauchte nach kürzester Zeit der Kopf. Es ist so laaaaaang!! Wenn die alles umsetzen könnten was darin steht, dann hätten wir eine schöne neue Welt. Aber ich bin mir nicht sicher, wie sie dass umsetzen möchten- wäre doch ein Ansatzpunkt bei dem Interview heute.

Nun denn, ich werde in den nächsten Tagen über das heutige Treffen bloggen, so wie die anderen (momentan nur männlichen) WG Bewohnern.

 


OK Alles klar- kann losgehen!

Der Header ist, drin, das Foto auch und ich bin es ebenfalls. Hallo alle zusammen! Ich bin Christine, WG Mitglied bei den Wechselwählern und gespannt was da die nächsten 8 Wochen bis zur Wahl kommen mag.

Angefangen haben Tobias und ich schon mit dem Besuch bei der Pressekonferenz zu dem Spot "Geh nicht hin", der auf Utube läuft. Darin versuchen mehr oder minder bekannte Prominente auf das Thema "nicht Wähler" aufmerksam zu machen. Hierzu gibt es demnächst auch einen (oder mehr) Blogbeiträge in unserer Wohnung (siehe Link).

Bei mir geht es natürlich nicht um "nicht wählen" sondern vielmehr darum Abstand zu nehmen zum Altbekannten, Wahlentscheidungen aus der Tradition heraus und Langeweile. Ich möchte herausfinden, welche die wirklich richtige Partei für mich ist und wer meinem Leben am meisten entspricht. Und das ist nicht so einfach! Als Mutter interessiert mich natürlich Familienpolitik, als freiberufliche Schauspielerin Kulturförderungen und soziale Absicherung, als Ökokind Umweltpolitik, als Cosmopolitin (jaja, ich find das kann ich auch abdecken...) Aussenpolitik, und als strammer Kassenwart von der Familie natürlich noch die Finanzen. SOOOOO. Und wer soll es jetzt werden?

Ich versuche also möglichst viel herauszufinden, es mitzuteilen und wer Lust hat kommt mit auf die Reise. Ahoi!